Pimp Up Your Postkartenseite

Voilá- pünktlich zum Muttertag bin ich -trotz Fotoexkursion über die Mittagsstunden- fertig geworden mit dem neuen Design der Postkartenseite. Noch sind nicht alle Bilder gemacht, die dazugehören (werden)- es fehlen noch 5 Kartenmotive, in ansprechender Umgebung fotografiert:

Ich bin gespannt, welche Läden die besten Fotos erbringen! Mit dem Viktoriaturm vor quadratischen Wolken und dem “Gemälde” habe ich schon einige noch ungesichtete Probeaufnahmen hinter mir. Nach so vielen Vorüberlegungen, Aussortierungen und Herumprobierereien darf natürlich eine Neugestaltung der Postkartenstartseite nicht fehlen. Das invertierte Bild der letzten Version verschwindet also, neue Farbe und Bildaufteilung erscheinen. Beim Probedurchklicken gab es noch einiges anzupassen, aber die Entschlackungskur ist vollbracht: nur ein Zehntel der ursprünglichen Bildermenge gibts nun noch auf der Seite, das dafür ist aber handgepflückt und farbig ordentlich aufgepimpt.

Lo go or not to be

Nicht, daß ich per se gegen Logos wäre- ich finde nur keines, das diesen komischen Begriff mit Fotografie zusammenzubringen vermag. Ab und an versuche ich mich zwar an einer Kreation, entscheide mich aber immer wieder gegen die entstehende Logolösung. Dafür erlaube ich mir als Übersprungshandlung, an der Typo herumzudoktern: immerhin sehen die beiden Worte zusammen ganz gut aus, sind fast gleich lang und ähnlich in ihrer rundlichen Wirkung mit den vielen Os.

So habe ich auch gleich noch am Schriftzug Soodlepoodle Photography herumgezerrt, mal wieder marginal Proportionen verändert: Die Photo graphy wurde geteilt, die letzten beiden Silben etwas verkleinert und nach oben bewegt. Gerade soviel, daß sich wieder ein harmonischer Gesamteindruck ergibt, der am besten gar nicht oder erst beim genauen Hinschauen auffliegt:
2012er Schriftzug Soodlepooodle Photography

Den Anfang an dieser gestalterischen Tätigkeit machte letztes Jahr die -erstaunlich zügig erfolgreiche- Suche nach einem neuen Font für den Sood|epood|e. Dieser Font jedoch hatte ein Schleifchen-Schreibschrift-L, das ich so dermaßen unpassend fand, daß ich kategorisch die senkrechten Teilungsstriche (|) an derer beiden Stellen gesetzt habe. Und sehr zufrieden mit dieser Notlösung war: diese Striche über- und unterragen die Schrifthöhe, teilen eigentlich den Sinn des Wortes, wirken bei diesem Schrifttyp optisch aber eher als Buchstaben denn als semantische Teilungszeichen. Das gefiel mir- diese Lösung war so was wie ne selbst modifizierte Typographie- ein halbherziger Versuch, mal selbst nen Font von der Pike auf zu gestalten. Irgendwie fehlt mir dabei aber der Wille zur Perfektion. Vom Wissen mal zu schweigen. Außerdem wäre eine artgerechte Software angesagt..

Also bleibt es wohl beim meinem Usertum im Umgang mit Schriften. Auf dem Weg zu dieser finalen Erkenntnis lag immer mal wieder ein erneut gescheiterter Versuch, Poodle und Photography in graphischen Einklang von Schrift und Form(en) zu bringen. Mittlerweile lasse ich es dabei bewenden.

Außerdem: so ein Logo kann auch viel an Assoziation kaputtmachen. Ähnlich wie schlechte Videoclips die illustrierte Musik erschüttern können und man sich die Bilder dann hinterher mühsam wegdenken muß, um für sich die Musik “zu retten”.

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Musik beim Schreiben heute:

Patricia Barber: “Modern Cool”, Premonition Records, 1998

The Bambi Molesters in: “Sonic Bullets- 13 From The Hip”, Dancing Bear, 2001

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The Making Of Postkartografie 2012- es geht los!

Der Job als klassischer Einzelhändler in Zeiten des Internets ist schwierig: die Raummieten und öffnungszeitenbedingten Personalkosten werden durch Internetvertriebe, die oft von der grünen Wiese oder gar vom hauseigenen Keller aus bedient werden, hart angefahren. Dennoch, so glaube ich, hat die persönliche Begegnung und der künftige Breitensport, seinen Luxuskörper mal vom Sofa wegzukriegen, um eigenhändig in die Stadt zu gehen nicht ausgedient. Ganz im Gegenteil: immer nur klicken von daheim aus oder mit gesenktem Kopf irgendwo in der Bahn oder an irgendeiner Strassenecke- das geht auch der künftigen Usergeneration bestimmt irgendwann in gleichem Maße auf den Keks wie den Digital Immigrants heute schon.

Es geschah vergangenen Donnerstag, daß ich bei einem Gespräch während des gemeinsamen Mittagessens mit einem Freund auf der “Aussichtsterrasse” der Ludwigshafener Rheingalerie  von einem frisch eröffneten Buch/Schreibwarengeschäft in einem nordöstlich gelegenen Mannheimer Vorort erfuhr. Ich hatte anschließend Zeit für eine Verdauungsspazierfahrt, radelte also anschließend flugs dorthin,  und konnte gar die Besitzerin unerwarteterweise gleich beim Erstbesuch für meine Karten gewinnen.

Das kommt erst in jüngster Zeit vor- ganz am Anfang des Postkartenprojekts 2007 erlebte ich einige Abfuhren und unbedacht-gnadenlose Worte und Reaktionen, die nur aufgrund meiner Erfahrung im Einzelhandel nicht zum sofortigen, entmutigten Abblasen geführt haben. Darauf komme ich zu einer späteren Gelegenheit äh, gerne zurück.

Trotz der Freude, ohne große Recherchen im Vorfeld einfach eine neue Verkaufsstelle gewonnen zu haben, gab es einen Wermutstropfen: ich erfuhr  im Gegenzug, daß (mal wieder) eine meiner Verkaufsstellen -nur eine Ortschaft weiter- zwei Wochen davor sang- und klanglos geräumt wurde. Geräumt werden mußte mangels Umsatz. Das ist nicht nur bedauerlich für die Einzelhändler, die einen Großteil ihres persönliches Einsatzes und oft ihr gesamtes Kapital in diese Existenzform  investieren, auch für meine Strategie der doppelten Werbung wirkt sich diese Fluktuation in Arbeitsaufkommen daheim aus: jeder Laden, der eröffnet, schließt oder nach Umbau in veränderter Form ersteht, sollte bislang entsprechendes Echo auf meiner Seite finden.

Im Showroom auf der Postkartenseite versuche ich daher schon seit Stunde Null, zusätzliche Bild-Werbung nicht nur für meine Karten, sondern ebenfalls für die einzelnen Geschäfte zu machen. Allzu oft wechselnde, nicht abgesprochene Konditionen der Präsentationen meiner Karten, die den normalen, ständigen Umgestaltungen innerhalb der Läden unterliegen, sollten sich anfangs ohne größere zeitliche Verzögerung auf meiner Internetpräsenz spiegeln: man sollte online auf www.soodlepoodle.de/postkarten sehen können, welche und wie die Karten in den jeweiligen Läden auffindbar/dekoriert/aufgestellt/präsentiert werden.

Mit diesem Grundsatz startete ich 2007 das Projekt Fotogalerie der einzelnen Verkaufsstellen bzw.  ..Postkartenmotive. Gleich zu Anfang entdeckte ich, daß in der Vielgestalt der Interieurs  räumliche Gegebenheiten zu finden waren, die farblich, motivisch oder atmosphärisch überraschend gut mit den vorhandenen Karten harmonierten oder im Gegenzug interessante ästhetische Reibungen ergaben:

Daß dabei eine neue fotografische Herausforderung wachsen würde, war lange nicht abzusehen, von einem Plan ganz zu schweigen. Mit einem gewissen Kontingent an Motiven in verschiedenen Anmutungen ausgestattet, entdeckte ich meine Abenteuer- und Entdeckerlust und begann gar, die Läden teilweise umzudekorieren, soweit die Shopkeeper mit einer flüchtigen Unordnung zugunsten der Aufnahmen einverstanden waren. Und irgendwann entdeckte ich, mit und auf diesem Foto aus der Heidelberger (!) Buchhandlung Himmelheber das Prinzip “Bild im Bild”. Dieses faszinierende Thema, bei dem mehrere Motive Beziehungen innerhalb eines Bildrahmens zueinander eingehen, sollte nun roter Faden meiner frisch zu gestaltenden Seite “Kartografie” werden. Die neue Version der Webseite wird zwar weiterhin die Einzelmotive in ihrer “natürlichen Verkaufsumgebung” zeigen, jedoch werden diese eingebunden sein in ein neues Layout sowie mit neuer Struktur und Benutzerführung verknüpft werden. Anstatt wie bislang jedem Geschäft eine kleine 5-Bilder-Seite zu widmen, wird eine Motivzentrierung besser in der Lage sein, dem Anspruch auf Aktualität unaufwendiger zu genügen. Und: gelungene Aufnahmen bekommen den Vorzug vor numerischer Vollständigkeit. Diese wird, so weiß ich aus Erfahrung, irgendwann von selbst eintreten.

Um konkrete erste Ergebnisse zu erhalten, begann ich mit Freier Wünscherei:

anders soll es werden- mal wieder. Und: ich mag ganz von vorne anfangen, from scratch, wie die Englischsprechenden so schön sagen. Plakativer, einfacher, gar: gröber darf es sein. Text als solch Sichtbarer möchte dominanter werden, vor allem die Typografie per se darf sich gerne vordrängeln. Alles in Richtung Layout, (online) Magazin-Optik.

Daß ich diese Experimente mache,  muß übrigens so sein: Bitte Klischeefernes abseits von öder Preis-Leistungs-Denke, die, man sieht es ja allerorts, nur Minimal-Ästhetisches oder Wiederkäuung zustandebringt. Meine Erfahrung: nur ein Experiment kann weiterbringen, hin zu: persönlich-künstlerischer Entwicklung, nicht zuletzt durch wichtige Rückmeldungen, konstruktive Kritik oder, wie oft: hin zu neuen Ideen, zu gar völlig neuen Projekten..

Also sammelte ich als Vorübung und Sichtungsgelegenheit in einem Arbeitsordner alle bislang gefertigten Aufnahmen. Wow- es sind ihrer dreihundertsechsundvierzig! Da werden, da war ich sicher, bestimmt alle der neununddreissig Kartenmotive in aparter Darreichungsform dabeisein (sie sind es nicht)! Dann folgt, aus diesem Pool nacheinander die einzelnen Motive herauszusuchen. Nach kurzer Zeit sieht die neue Galerieübersicht schon so aus:

Wie sofort erkennbar: das Postkartenmotiv-Universum wird jäh größer, um Längen abwechslungsreicher und by far anregender als eine schnöde Auflistung der einzelnen Motive! Außerdem: zehn Bilder dieser ersten Auswahl sind schon “historisch”, also knapp die Hälfte!! Diese wurden im Laufe der Zeit seit Start 2007 schon heraussortiert, dürfen nun wieder schmückend dabei sein- ein schönes Gefühl! Nun gilt es, nach und nach alle geeigneten Bilder in einer Vorauswahl zu versammeln. Und dann weiter auszusieben- höchstens sechs Bilder pro Motiv sollen für die neue Galerie übrig bleiben im Idealfall.
Dann kommen die einzelnen Seiten der Galerie dran. Mit der Integration von Typo und einer Farbwiederholung des Motives ringsum stehe plötzlich wieder ganz neue Sensationen zur Verfügung- ein fettes Orange gegen ein Rosa, dazwischen das Foto, das beide Farben enthält, und zusätzlich mit Komposition aufwarten kann: das flasht ganz schön , so über den gesamten Bildschirm verteilt:

Rezept: Jedes Foto bekommt einen extra nur für es abgestimmten, großformatigen Hintergrund. Natürlich ist das ein Haufen Ameisenarbeit, ich weiß- man hätte es auch einfacher und schneller und ohne solchen Aufwand haben können. Schließlich wird man ja von allen Seiten mit automatisch sich selber erstellenden Galeriesoftwaretools zugeworfen. Ich mag aber ausprobieren, wie sich das verhältnismäßig kleine Bild zu den umgebenden Riesenlettern wirkt. Auf diesem Bild schon in gewünschter Weise.. Außerdem: mir bleibt bei dieser meiner Lösung immer noch die Lust am Layout-Schrauben: Schrift, Grundfarbe und Lage der einzelnen Screens, die noch nicht zufriedenstellend gelöste Aufgabe, Bilder im Hochkant-Format zu integrieren fordert mich heraus. Und NullAchtFuffzehn wird es dadurch auch nicht ;-)

Ludwigshafen Postkarten Serie 1, Motiv Nummer 4 von 10

Mannheim Postkarten Serie 4, Motiv Nummer 1 von 10

Mannheim Postkarten Serie 4, Motiv Nummer 1 von 10

Mannheim Postkarten Serie 5, Motiv Nummer 3 von 10
hier geht es los! __________________________________________________________________________

Musik beim Schreiben heute:

Ian Pooley: “The Times” Dmdfim, 1996

Nitin Sawhney: “Prophesy” V2 Records, 2001

Paice /Ashton/ Lord: “Malice in Wonderland” Purple Records, 1976

beim Nachschneiden 2 Tage später:

Sven Van Hees: “Calypso” Life Enhancing Audio (Intergroove) 2002

Zuco 103: “Zuco 103″ Ziriguiboom, 1999

beim abermaligen Nachschneiden 6 Tage später:

Ludwig Van Beethoven: “String Quartets #14 & #16″ ,Alexander String Quartet

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History Will Teach Us Everything

Monatsanfang. Mal wieder Gelegenheit, neue Fotobücher anzuschaffen.
Diesmalige Entdeckung: Tina Modotti aus der “55er”-Reihe des Phaidon-Verlags. Welch bewegtes Leben! Nordost-Italien, Mexiko, Hollywood, Berlin, Moskau. Armut, Revolution, Kommunismus, Glamour, Kunst. DER Edward Weston und DIE Frida Kahlo ganz in ihrer Nähe. War mir, ich gebe es anstandslos zu, bis dato völlig unbekannt.
An dieser Fotobuchreihe liebe ich den gehobenen Nährwert an Informationen auf kleinstem Raum- die 55s haben eben diese namensgebende Anzahl Bilder- und nur wenig mehr an Seitenzahl- die vorangestellte prägnant verfaßte Biografie und Bildbesprechung der einzelnen (!) Bilder ergeben ein faszinierendes Bild der Persönlichkeit und ermöglichen wertvolle Einsicht in ihre Verbindung mit dem Werk, von diesem selbst natürlich ganz zu schweigen.

Das Tolle aber sind die weiteren Funde, die man machen kann, wenn man diese Namen großer Künstlerpersönlichkeiten aus der Welt der Fotografie -zum Beispiel als Bilder- im Netz sucht. Da stößt man nämlich auf -Lehrer. Fotografen, die ihr Wissen und Inspiration weitertragen. Und eine Unzahl neuer Anregungen nicht nur für mich.

Nur am Beispiel “Modotti Weston” fand ich binnen kürzester Zeit:

Paul Turounet und sein Blog http://aphototeacher.com
Inspiration für mich: seine Amerika Bilder “What Is Past Is Prologue”

Fabiano Busdraghi und sein Blog http://cameraobscura.busdraghi.net/
Inspiration für mich: die Dämonen der Gebäude Paris

http://bestamericanart.blogspot.de/ das Blog von Alexandra Jopp
neu für mich hier: der amerikanische Maler Thomas Moran (1837–1926) und seine Bilder.

Das sind erst drei der Beispiele für ein sehr anregendes, bildendes und inspirierendes Leben mit dem Internet und der Fotografie als roter Faden. Ich werde in den nächsten Tagen genau an diesem Strang Weston – Modotti mal weiterforschen und bin sehr gespannt auf weitere Funde, die ich hier anfügen werde.

PS.: Natürlich interessiert mich der ursprüngliche Fund, nämlich Tina Modotti weiter- und so ich habe mir gleich via des bewährten Zentralen Verzeichnisses antiquarischer Bücher ihre Biografie von Margaret Hooks bestellt ;-)

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Alles neu MdM

Endlich! Der erste warme Tag ist da! Die Lebenslust bricht aus den Pullis und Jacken, läßt diese zum ersten Mal allein daheim oder verlassen auf den Rückenlehnen der Cafés zurück,  die verschlossenen Aprilwettergesichter der letzten Wochen machen eine erstaunliche Veränderung durch. Alles ist endlich wieder sanfter, entspannter, die Stimmung gar grenzt ans Zugängliche, Nonchalante, Joviale, Abenteuerlustige..

Und ich sitze mit neuen Bildern und dem festen (Experimentier)willen an einer neuen Soodlepoodle-Startbildseite. Und will alles. In einem Bild! Alles, was für mich neu ist diesen neuen Mai.

Also mal sehen: erstmal: le Frühling-

das fertige Ergebnis
Dann entdecke ich im frisch vom Entwickeln abgeholten Bilderberg ein hochauffliegendes Mitbringsel meiner “Industrietourismus-Exkursionen”, ein extremes Weitegefühl hab ich bei solchen Bodenbildern- diese Touren zur Großbaustelle am Rhein werden übrigens so alle sechs Wochen fällig. So lange dauert es im gefühlten Durchschnitt, bis sich wieder Größeres getan hat:
das fertige ErgebnisZu den vielgestaltigen Sensationen dieser speziellen Stelle in Mannheim gehört natürlich auch beim Blick übern Zaun der nach unten, übers vollgestellte Gelände auf diesen total überdimensionierten Baukasten mit diesen begeh-, ja: fast bewohnbar scheinenden Einzelbauteilen..
das fertige ErgebnisEs geht los: beide Industrieröhrenbilder einfach mal übereinanderlegen (denn: ich will ja alles), dann sachte ineinanderblenden. Aha: der Schornstein bleibt, bekommt allerdings eine neue räumliche Wirkung mit Wulsten, Farben und Wölbungen- der Flieger verschwindet fast vollständig in der Struktur der Röhrenteile:
das fertige Ergebnis
Und so schält sich eine neue Form heraus in der Mitte; die sollte man mal noch etwas betonen, mit der dazugehörigen Öffnung da rechts. Also schneide ich den fehlenden Umriß aus, fülle ihn mit Schornsteinfarbe. Erinnert mich nun an Schiffsaufbauten und Blechblasinstrumente, diese Form. Aha, da gibts noch einen sichtbaren Schnitt/Übergang zur glatten Linie des rechten Schornsteinrands- also brauchts noch etwas Kosmetik, um den Übergang glatt zu bekommen, ebenso stimmen Farbübergang und -sättigung noch nicht überein:
das fertige ErgebnisOk, aber nun mal links auch etwas anbauen- eine fast schon organisch-menschliche Figur, die fragmentarisch daherkommt und auch an einen Retro-Roboter mit zurückgeschlagenem Reifrock erinnert- gefällt mir!
das fertige ErgebnisNun habe ich eine Übereinanderblendung zweier Bilder mit geometrischen Formen- Röhren, Stangen, Gehäuse. Aber irgend etwas fehlt noch, bislang ist mir das Bild zu durchsichtig, zu wenig geheimnisvoll.. Also drehe ich den Frühling auf links:
das fertige ErgebnisUnd den nun schön dosiert über das Werk legen. Jo! Das fügt Struktur hinzu und verwischt die Grenzen der Ingredienzen schön weiter in Richtung Unentwirrbarkeit, denn die Tiefenwirkung der blauen Umgebung wird aufgelöst durchs Geäst und bekommt etwas Nebulöses. Also genau den angestrebten Grad an Geheimnisabbilderei:
das fertige Ergebnis

Voilà- fertig: mein Frühling 2012, Aufbruch und Mysterium, wenn man das Bild ohne “Tour” zum ersten Mal erblickt- also alles, was der Soodlepoodle so will!

Und beim Hochladen bemerke ich ein persönliches Jubiläum, genau heute:
dies ist mein 50ster Artikel auf diesem blog ;-)

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Musik beim Schreiben:

Steely Dan: “The Royal Scam” MCA, 1976

Frank Runhof´s High Voltage “Play The Music Of Hank Mobley” 2007,  Hot `n`Cool

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29. April 2012- der Tag danach. Nachschneide-Termin:

Aber das ist a) weder alles noch b) eigentlich das Interessanteste- das bemerke ich immer, wenn ich mir irgendwelche Making-Ofs als Bonus auf Spielfilm-DVDs anschaue. Es kann zwar sehr informativ sein, einen Blick hinter die Kulissen zu erhaschen. Doch da bleiben die mir immer wichtigsten Fragen offen: die nach dem kreativen Vorgang selbst.

Der oder die KünstlerIn erklärt, demonstriert, plaudert aus dem Nähkästchen, schreitet im Studio hin und her, weist mit erhobenen Armen gestenreich auf Details, zeigt Originalschauplätze, lädt live youtube-Tutorials hoch, nennt Bezugsquellen und listet genau auf, woraus dieser Kuchen en detail gebacken ist..
Aber, was genau sie/ihn dazu bewog, diese (und keine anderen) Ingredienzen auszuwählen, welche Impulse während des Vorgangs der Kreation diese eminent beeinflußt haben bleibt als Info auf der Strecke. Denn hier stößt man -auch als Verursacher- an Grenzen, die der Kommunizierbarkeit der Inspiration, des Geschmacks, der Lebenserfahrung, des persönlichen Wissens, der Stimmung zu diesem bestimmten Moment wie auch des Zufalls gesteckt sind.

Höchst fasziniert wäre ich, würde diese Art der Dokumentation jemanden bis ins Detail gelingen können, den Vorgang der Kreation festzuhalten.

Als -immerhin bemühtes- Beispiel kann ich in diesem Fall das Fortschreiten der Ideen nachzeichnen, die ich beim Gestalten des Menüs auf dem Portfolio erfuhr/vollzog, das ich gestern abend schon begann. Zum Teil aktiv, zum Teil auf eine “akzeptierende Art” passiv und ausprobierend. Stufenartig immer weiter gelangend bis zum -von mir irgendwann plötzlich als solches bestimmten- fertigen Ergebnisses. Aber: warum ich gerade besagte Bilder ausgewählt habe, die Gründe für die Reihenfolge, in der alles ablief und welche Vor- und Rückschritte bis zur Erreichen des Vollendeten ich tat: es bleibt im Unerklärbaren.

Dafür bleiben: Intuition, Impuls und Zufall. Mit diesen Bällen jonglieren meine Erfahrung, mein Wissen und mein ästhetischer Geschmack..

Den Anfang machte der Eindruck heute morgen, das entstandene Startbild sei zu massiv, zu dunkel und düster für den ursprünglichen Zweck, die Macht des Frühlingserwachens zu illustrieren. Also testete ich eine Light-Version:

ein frühlingshaftes, helles, doch zu verwirrendes Experiment..
Durch Schichtung der diversen Bildelemente, in Internet-Menü notwendigerweise hauptsächlich Schrift und eine sehr helle Version der “Frühlingskomponente” erhielt ich zwar den angestrebten Eindruck, doch das Wichtigste an einer Benutzerführung im Netz, die Lesbarkeit, litt in unakzeptabler Weise. Und die Schrift einheitlich mit Kasten zu hinterlegen hätte das Bild noch mehr als störend degradiert. Zu viele Köche also. So kippte ich alles auf Kontrast, sprich hier: wieder der ursprüngliche dunkle Hintergrund, helle Schrift. Diese verschob ich in einen Bereich des Bildes, das ihre Lesbarkeit fördert, ohne allzu brav nur auf gleichmäßigem Grund allein auf Funktionalität zu bauen: ein bißchen Design, Verspieltheit sollte schon sein.
ein frühlingshaftes, helles, doch zu verwirrendes Experiment..
Beim zweiten Blick drauf fand ich das schnell überfrachtet und irgendwie erinnerte es mich ungut an ein ebensolch überladenes Edeldesign aus den Achtziger Jahren. Also besann ich mich des reinigenden Effekts einer farbigen Schicht, die Klarheit und Detailinfos des Bildes ausbalancieren sollte. Farbwahl: DA5A67, das Weinrosarot des Hintergrundes, das ich eigentlich nur so mal die Regler hin- und herschiebend ausprobierte, das sich aber als reizvoller heller, warmer Kontrast zum dunkelblau/beigen Bild erwies.

Ebenso raus flogen die dicken Lettern des Soodlepoodles, die in transparentgelb das Plakative repräsentieren sollten, eigentlich aber zum Eindruck der Überladung nur beitrugen. Die Schrift wurde größer gezogen, die wichtigen Funktionen betont. Ebenso gab ich drei Fotos, aus denen das “Endergebnis” geworden ward gestern als Fries dazu, aber das war es ebenfalls nicht:
ein frühlingshaftes, helles, doch zu verwirrendes Experiment..
So geht es mir oft beim Designen: ich versuche, Störendes zu beseitigen und ernte entweder neues Störendes oder ein flaues Gefühl des faulen Kompromisses. Alles wirkt dann hauptsächlich entschärft. Dieses Himbeerrot über allem macht wieder die eigentlich für gut befundenen Idee der Darstellung der drei Ingredienzen des fertigen Bildes wieder zunichte. Also schnitt ich es an dieser Stelle weg und drehte kräftig am Sättigungsregler:
ein frühlingshaftes, helles, doch zu verwirrendes Experiment..
Nun waren alle angestrebten Punkte erreicht: mit einem Bild das vorhergehende Startbild grafisch/optisch zu “erklären” und diese Collage als Zitat und laufender roter Faden namens Stringenz in Einklang mit einem Menü zu bringen. Alles im Sinne eines durchdachten, nachvollziehbaren “guten Designs”. Doch nun fand ich das Look-And-Feel überladen, langweilig und über erträgliche Maßen hinaus zu konventionell. Also half nur die Tabula Rasa weiter:
ein frühlingshaftes, helles, doch zu verwirrendes Experiment..
Die Hintergrundstruktur weggeworfen, blieb nur das Wesentliche übrig: 14 Menüpunkte und eine grafische “Auflösung” des Startbildes, von dem man sich gerade auf diesen Bildschirm hergeklickt hat. Erstmal, ohne auf Farbe und Anordnung der Bildelemente zu achten. Wie nun weiter, mit diesem “weniger ist mehr”?

Vielleicht experimentell weitermachen? Zum fertigen Bild gehören auch noch die nahtlos integrierten, “selbstgemalten” Flecken, die Farbveränderungen= andere Formwahrnehmungen rechts und links vom beigen Mittelstück bewirken. Rezept: nur diese beiden plus in klein die drei Bilder. Wie eine Bausatzliste: “In dieser Packung enthalten sind..” Aber das Ergebnis war mir wieder zu ohrencomic-haft, auf den ersten Klick Null nachvollziehbar, welchen Zusammenhang dieses Bild mit dem davor haben könnte- also dramaturgisch suboptimal gelöst.

Ebenso paßte zu dieser elemtaren Fächenverteilung weder die verwendete Schrift noch die unterschiedlich großen Schriftgrößen. Da wäre ne kragelige Schreibschrift quer und einigermaßen schludrig durchs Bild passender gewesen. Also wieder völlig ungeeignet im vorliegende Falle.
ein frühlingshaftes, helles, doch zu verwirrendes Experiment..
Als gestalterische Herausforderung -nicht nur im Webfalle- erlebe ich die selbstgestellte Vorgabe einer Motivwiederholung auf a) Start-, b) Menü- und c) Blogseite, die verschiedene Aspekte in anregenden Ausschnitten und damit das Spannende am Anschauen per se optimal erreichen soll. Unter diesem Gesichtspunkt gesehen, war die Comic-Idee eine Freude & vielleicht ganz brauchbar für spätere Projekte, hatte aber hier, unter diesen Prämissen nichts zu gewinnen. Also nahm ich mir nochmal das Originalwerk her.

Ich erstellte einen beweglichen Rahmen, den man wie ein Passepartout übers große Original bewegen kann, um einen Ausschnitt zu finden, der zugleich erklärend und mysteriös im Detail wirken kann. Diese Technik hab ich auch schon zufriedenstellend bei vergangenen “Operationen am Startmenü” angewandt:
Drei in Einem
Nach allen den beschriebenen Versuchen oben vermutete ich, daß das Bild vom Menü getrennt am besten wirken würden. Also galt es, Bildteile nebeneinander statt übereinander zu platzieren. Nach kurzer Zeit fand ich den mir am besten wirkenden Ausschnitt, der mich an alte Blümchentapete  und fernöstliche Kimonostoffe erinnert. Mit den invertierten Gestängen und der Schattierung als bauchige Kugeligkeit in Kombination optimal, um die Betrachter näher und gleichzeitig faszinierter vom Mysterium heranzuzoomen.
ein frühlingshaftes, helles, doch zu verwirrendes Experiment..

Nun bin ich bei dieser Endversion angelangt. Und zufrieden: erreicht ist Ausgewogenheit in Bild-Text, Farbe und Fläche und die wichtigen Punkte sind sofort erkennbar: es geht um Fotografie, ein Klick zur Info =blog, einer zu den versammelten Bildern =overview. Diesen Überblick lasse ich seit Neusten von Google zusammenstellen, das natürlich völlig andere Kriterien zum “Bilderranking” anwendet als ich. Oben rechts die brav versammelten Menüpunkte, vom Urheber persönlich ausgesucht und handeingepflegt.

Mit dieser zwei gegenläufige Strategien simultan verfolgenden Seite bin ich äußerst d´accord: vorher Unbekanntes erlangt Gestalt(ung) und Inspirationspotential. Beides in einem, wenn auch manchmal längere Zeit benötigenden Arbeitsvorgang verwirklicht. Das Schönste: diesen Anregungseffekt gibts nicht nur für die Betrachter des Endergebnisses, sondern vor allem für mich als Macher.

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Musik beim Schreiben:

Massive Attack: “100th Window” Virgin, 2003

Cypress Hill: “Black Friday” Sony, 1993

Stanley Turrentine:”Salt Song” Epic, 1971

Miles Davis: “Kind Of Blue” CBS, 1962

Bob Curnow´s L.A. Big Band: “Plays The Music Of Pat Metheny And Lyle Mays” The Mama Foundation, 1994

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Das Kitzeln in den Augen

“Ausgewogenheit als Anforderung an ein gelungenes, “starkes” Foto”- über diese Formulierung meines letzten Blogartikels stolperte ich beim Wiederlesen und fing an, mir Gedanken über ihr Wesen zu machen. Ein zentrales Thema in der Fotografie, das man schnell mißverstehen kann, denn:

Ausgewogenheit setzen viele gleich mit: langweilig. Das anzustrebende Angenehme der Ausgewogenheit würde ich aber für die fotografische Arbeit und deren Bild-Ergebnisse etwas anders deuten: die Möglichkeit des goldenen Schnittes, die ausgleichenden Symmetrie, eine Ton-in-Ton-Farbestaltung sind ja lediglich klassische Mittel, Ausgewogenheit und Harmonie in Bildern zu erreichen. Aber da gibt es noch mehr…VariationenHier ein dreifaches Beispiel dafür, welche Bildgestaltung/aufteilung mit einem (!)  Foto, zerschnitten und wieder zusammengesetzt, möglich ist. Welches ist das Ausgewogenste? Oder ist es die Summe aller drei nebeneinander, die ein harmonisches Gefühl beim Anschauen erzeugt? Der klassische Triptychon-Effekt?

Warum also nicht wieder mal ein kleines Interview zum Thema!? Also wird el Berndo herbeizitiert, der folgende Fragen formuliert:

Mr. Poodle, als Fotografierender knabbert man immer am Thema “Gutes Bild” herum. Warum denn nur?

Es geht um das Kitzeln, das ich in die Augen bekommen will, wenn ich Bilder anschaue, mich aufs Bewußt-Schauen konzentriere. Das sollen auch meine Fotos! Zum Schauen selbst brauchts natürlich keine Bilder, Fotos oder Gemälde, aber sie helfen dem herumflottierenden Geist, sich auf diese erfreuliche Tätigkeit zu konzentrieren. Es geht um die Freude, Ästhetisches aufzunehmen, man könnte auch platt sagen: Schönheit. Für mich hier in Deutschland hat dieses Wort aber einen recht muffigen Geschmack. Beauty ist da zeitgemäßer, finde ich, unmuffiger, unlangweiliger, jünger, elektrischer; sie bezieht das augenblickliche Leben mit ein und den Vorsatz: Ich will von einem schönen Anblick berauscht werden. Bei mir schaffen das zu einem sehr großen Teil: Proportionen. Formen und ihre Lage, ihre Größenverhältnisse zueinander. Natürlich auch Farben. Oder der Anblick von Wiederholungen = Muster; aber nicht in demselben Maß. Und als jemand, der das mit einer Kamera erzielen, festhalten mag, gibts eine willkommene Erleichterung, die aber auch gleichzeitig Herausforderung par excellence ist:

Der fotografische Rahmen.

Immer findet ein Bild innerhalb dieses begrenzten Viereckes statt. Seine Elemente, die Wirkung der Schönheit wird durch diesen Rahmen erst möglich, nicht nur in der Fotografie.

Sich aufs Bewußt-Schauen-konzentrieren- demnach eine nur manchmal willkürlich ausgeübte Tätigkeit?

Natürlich! Der Gesichtssinn ist ja nicht nur zum Genießen da- meistens soll er ja nur verhindern, im Leben irgendwo anzustoßen (lacht).

Schaut man sich das Bild oben an und findet, da könnte der Masten doch auch senkrecht im Bild stehen, hat man es- ich habe nachgemessen- mit einem winzigen Winkel von 2,3 Grad Linksneigung zu tun. Daß einem das auffällt, stört, oder, wie in meinen Augen: kitzelt, ist erstaunlich, nicht wahr? Ein Hinweis darauf, wie sensibel man doch für feinste Nuancen ist. Und diese Nuancen, die vom Fliegengitter/Millimeterpapierraster abrücken und trotzdem was schaffen faszinieren mich. Für mich ist Ausgewogenheit auf Fotos etwas, das man eben nicht mit dem Lineal nachmessen kann. Mit anderen Worten: oben erwähnte mathematische Konzepte rein angewendet- das ist mir zu wenig.

Ein Bild, dessen harmonische Ausstrahlung über eine mathematisch erreichbare hinausgeht?

Genau. Das Ganze sollte meiner Ansicht nach- ganz das Gegenteil- mit und durch Störungen dieser abstrakten Perfektion funktionieren. Eine solche Art Balance will ich in einem Foto verwirklicht sehen. Ein Bild-Zustand, der das allgemeine Chaos der Welt gerade so, für einen Sekundenbruchteil hinter sich gelassen hat. Und das nur durch die Ordnungskraft des Fotografen, der diesen flüchtigen Augenblick in seinem Viereck festhält.

Als so ne Art ZielFotografie der auf dieser Welt erreichbaren Perfektion?

Sehr poetisch ausgedrückt- genau das! Zur Gesamtwirkung beitragen müssen natürlich auch die anderen Bildelemente: die Verteilung der Gewichte: das große Dunkle oben, dazu das “Gegengewicht” der hellen Mitte plus die angeschnittenen Gebäude- und Lampenzipfel unten. Ich finde darüberhinaus, daß sich die beiden Masten in ihrer “senkrechten Wirkung” perfekt ergänzen. Der eingefügte Schriftzug verschiebt das Feld des Interesses nach links, die Gesamtwirkung aber bleibt ausgeglichen- hab ich ausprobiert. Die beiden Worte komplettieren das Bild für mich, ohne sie würde mir etwas fehlen. Mir wäre das Bild dann zu langweilig.

Es kommt also auf ein Zusammenspiel an? Von schrägen Einzelteilen?

Genau! Sich einen Sinn wachsen lassen fürs entstehende Ganze, das auf anregende Weise harmonisch, das heißt: unlangweilig wirkt. Je “schräger” die Komponenten, desto interessanter, klischvermeidender, finde ich, und versuche mich an diesem Thema stets aufs Neue, sobald ich eine Kamera in Händen halte.

Das ist für mich das Kriterium für ein gutes Bild.

Aber ein Bild besteht doch aus mehr als nur der Lage der Teile!

Natürlich, für mich ist die aber irgendwie die wichtigste Komponente. In meiner 2. Abteilung der Bildelemente, die der Farben sind es im Bild hier: das Goldgelb gegen das komplementäre Abendblaugrau, ebenso wie das Fehlen der Lichtquelle im Bild selber, die meinen Blick hier festhalten. Farben sollten ebenso wie die Formen eine Art Reibung beim Betrachten erzeugen. Das muß keine unangenehme Reibung sein. Gerne schau ich auf etwas Anregendes, wie olivgrün gegen orange zum Beispiel. Ein gutes Bild sollte mich beleben wie eine Tasse Kaffee, ein gutes Buch mit Ideen, die mir neu sind, oder der Anblick, die Begegnung mit einem schönen Menschen.

A propos Menschen auf Deinen Bildern- davon gibts bei Dir ja nichts außer den Musikerporträts bei der Arbeit.

Und die Making-Of Bilder, die sind ja auch mit Leuten (lacht). Aber das kommt ja vielleicht noch, mal sehen. Liegt zu einem Teil daran, daß mich Porträtfotografie, ebenso wie Street Photography nicht besonders herausfordert, vor allem kann ich beim Inszenieren der erstgenannten so gar kein Kribbeln verspüren. Das überlasse ich gerne anderen. Beim Thema Strasse solchen Größen wie etwa Constantine Manos, Joel Meyerowitz, Martin Kollar, Vivian Maier oder Alex Webb. Bin aber mit der Kamera gerne dabei, die flüchtigen Augenblicke eines Porträt-Shootings festzuhalten. Da kommt noch eine mich sehr reizende Spannung beim Schnellsein dazu, kommende Konstellationen zu erkennen wie hier:  Aminis Crima beim VideodrehDas sind die Aminis beim Videodreh zu “Allein”. Aufs Bild klicken, da gehts zum fertigen youtube-Video. Wer sich für meine gesamte Making-Of Bilderstrecke interessiert, klicke hier.

Für mich gehört so eine Making-Of Fotografie eher zum fotografischen Sport..

(lacht)- Jep! Da bin ich immer gerne dabei, vor allem, wenn ich mich 360-Grad-mäßig im Geschehen bewegen kann. Dieses sollte- und wird- durch mich natürlich nicht gestört werden, aber so kann ich aus allen Richtungen entdecken..

Dann gibts noch die Unschärfe im Bild, die, wie ich höre, eine Art Dauerkomponente Deiner fotografischen Arbeit ist.

Stimmt- der ein starkes räumliches Gefühl erzeugende Kontrast zwischen scharfgestellten und unscharfen Bildstellen kann durchaus ebenso dramatisierend und lebendig wirken. Durchgehend scharfe Aufnahme empfinde ich oft als langweilig, wenn sie nicht gut komponiert sind. Unschärfe läßt die Formen verschwimmen, die Proportionen treten noch deutlicher hervor. Das dürfte der Grund für diese Vorliebe sein- das Emotionale, das sich deutlicher zeigt bei “verschwommenen” Bildern.

blurred musicians

Wenn ich dann mal zusammenfassen darf: Ausgewogenheit ist bei Dir mehr Qualität als Harmonie, die die klassischen Regeln zwar sehr wohl kennt, aber sich damit nicht zufrieden gibt aus Gründen der Klischeevermeidung?!

Könnte man so sagen- eine Art sinnliche Wohltemperiertheit, die mich, einfach beim Betrachten, emotional und sinnlich erfaßt. Und das ist heutzutage ob des Bilderoverkills und der Trashästhetik, die alles zu überschwemmen droht, schon eine Leistung (lacht).

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L-Musik beim Schreiben heute:

David LeMaitre: “Valediction”, AdP Records 2010

lemongrass: “lumiere obscure”, Mole Listening Pearls 1999

Slop Shop: “Makrodelia 2″, Poets Club Records 2005 (Pausenmusik..)

Luz Azul:”Luz Azul”, Mas Que Nada Music, 2005

Donna Lewis: “Donna Lewis”, Atlantic1996

Zum Nachschneiden: The Sushi Club:”Neo Sashimi”, Elektrolux 2000

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